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Sonntag, 12. Oktober 2014

Arrrgh! - über Wut und Videospiele






Ich bin ein ruhiger Mensch. Der Beschreibung meines Sternbildes nach zu urteilen, bin ich sogar harmoniebedürftig, sanft und sensibel. Nun glaube ich aber zu wissen, dass die horoskopische Einordnung des Menschen in idealtypische Eigenschaftskataloge nichts weiter als Esoterik-Spuk und Hokuspokus ist. Ich bin gewiss nicht sanft und sensibel, schon gar nicht strebe ich nach Harmonie! Nun, zumindest nicht dann, wenn ich gerade in den virtuellen Welten eines Videospiels meine Allmachtsfantasien auslebe. 

In Age of Empires unterjoche ich zum Beispiel ganze Ethnien und zerstöre ihren Lebensraum, indem ich meine Infanterie mit Schild, Schwert und Inbrunst auf deren Häuser einschlagen lasse. In Call of Duty hetze ich meinen Soldaten auf die gegnerische Fraktion und bekomme Erfahrungspunkte für jeden Kopf, der das virtuelle Projektil meiner AK-47 von nahem gesehen hat. Sogar im vermeidlich pazifistischen und ach so niedlichen Super Mario hüpfe ich mit einem schnauzbärtig kaltschnäuzigen Klempner zum Sieg, während ich mein Münzkapital sprunghaft erweitere und nebenbei ahnungslose Gumbas zermatsche. Ja wohl, auch eine liebenswerte Waage hat einen Hang zum Bellizismus: Sie strebt nach Macht und Ressourcen; Sie will gewinnen, und das am liebsten immer.

Doch was ist, wenn ich nicht gewinne, wenn wir nicht gewinnen? Was ist wenn unser Spiel nicht mehr unser Spiel ist, weil uns jemand eifrig und kräftig in die Suppe spuckt?

Ich stürze in Rayman Legends an einer Stelle zwanzig mal in den Abgrund, obwohl ICH DOCH X GEDRÜCKT HABE! In Dark Souls II werde ich hinterrücks von einem Zyklopen gefressen, während ich mich gerade in einem kurzen Moment der Unaufmerksamkeit mit zwanzigtausend Seelen im Gepäck über den hart erkämpften Sieg über die Sangesdämonin freue. Ich werde bei Call of Duty immer und immer wieder mit gegnerischen Kugeln gefüttert, obwohl ICH DOCH ZUERST GESCHOSSEN HABE! In Mario Kart 8 habe ich seit 2 Runden das Rennen angeführt, werde aber kurz vor der Ziellinie von einem roten Panzer getroffen, sodass mich Baby Peach in allerletzter Sekunde DOCH NOCH ÜBERHOLEN KANN!

ARRRGH!

Nicht nur harter Singleplayer-Tobak wie wie beispielsweise Dark Souls, Rayman Legends und das oben erwähnte Super Mario geben Anlass für ausschweifende Wutausbrüche. Gerade kompetitive Multiplayer-Spiele sind Quelle unsäglicher Wut: Rage-quit, purpurne Gesichter, Spuckespritzer am Bildschirm - das alles hat es irgendwo schon einmal gegeben und irgendwer wollte doch einfach nur Unreal Tournament spielen.


Zur Wut im Multiplayer eine Affen-Anekdote: 

Da hocke ich während einer Partie Call of Duty nun allein in meinem Zimmerlein, wirbele sämtliche Glieder des Körpers anti-ästhetisch durch die Luft und posaune Wortkompositionen heraus, die auf der Straße nicht nur Übermütter dazu veranlassen würden, schlagartig ihren Kindern die Ohren zu versiegeln. Mein nüchternes Ich, welches gerade diesen Text schreibt, blickt auf dieses tobende Geschöpf nur kopfschüttelnd herab und erinnert sich an so manchen wunderschönen Ausflug in den Zoo: Ganz spannend finde ich dabei immer die Affengehege, wo unsere pelzigen Verwandten nicht immer nur gemütlich umherschwingen, sondern sich auch manchmal nach allen Regeln der Natur anschreien und bestialisch durch den Dreck wälzen, um ihr Revier sowie alles andere, was ihnen teuer ist, zu verteidigen. Interne Probleme unter Affen, sprich Revierkämpfe und der Wettstreit ums Weibchen, werden mit Gebrüll und dem Einsatz scharfer Zähne gelöst. Was sich die Äffchen da genau zu sagen haben, will ich lieber nicht wissen.

Ein ähnliches Verhalten können wir nun auch bei uns, jener Spielerschaft, die ihre Kräfte im kompetitiven Online-Multiplayer misst, beobachten. Mit unseren Köpfen hausen wir in unserem virtuellen Affenkäfig; Via Headset beleidigen wir uns und unsere Mütter, werfen einander vor, geschummelt zu haben, weil wir es nicht dulden können, von einem anderen geschlagen worden zu sein. Doch warum ärgern wir uns, wenn wir alleine für uns spielen und uns andere Spieler nicht in die Suppe spucken können? Primärer Grund für den Gram sind hier entweder (a) externe Störungen oder (b) intrinsisches Versagen (und hier wollte ich eigentlich nur einen coolen Hauch von Wissenschaftlichkeit einbauen. Im Prinzip bedeutet das, dass (a) beispielsweise der Nachbar mit dem Bohrer bohrt und (b) der Spieler zu blöd zum Spielen ist).


Dazu eine weitere Affen-Anekdote:

Ein Freund aus vergangenen Grundschultagen hat einmal bei einem Zoobesuch mit der gesamten  Klasse solange vor einem Gorillakäfig herumgehampelt, bis der Herr des Hauses anfing, mit seinem Kot auf unsere Schülergruppe zu werfen. Es gab großes Geschrei auf beiden Seiten; Der menschliche Übeltäter bekam ein Klassenbucheintrag von meiner Lehrerin, der tierische Übeltäter bekam später sicherlich eine Banane, um den Energieverlust nach dem ganzen Ärger wieder auszugleichen. Ich selbst hielt mich während des Clinches im Hintergrund. Getroffen wurde ich so glücklicherweise nicht (eine Freundin schon. Am Schuh.).

Dieser Vorfall hatte durchaus seine Geschehnisberechtigung, denn eines wird mir jetzt klar: Der gute Gorilla wollte nicht, dass sich ein dahergelaufener Noob in sein Spiel einmischt. Der wollte einfach nur in Ruhe sein Ding machen. Er wollte sein Spiel spielen und musste den Störenfried irgendwie loswerden. Ich verurteile ihn dafür nicht. Wenn meine Mutter also beim Endboss, bei der nächsten Online-Partie oder gerne auch während einer wichtigen Zwischensequenz mit dem Staubsauger gegen meine Zimmertür bollert, wenn der Nachbar mit dem Bohrer bohrt und wenn die sich Tante am Telefon nach meinem Weinkonsum erkundigt, werde ich zwar nicht mit Kot werfen, aber zumindest affenartiges Geschrei ausstoßen. Und das ist voll okay. Tiere sind tierisch, Menschen sind menschlich und der Witz ist, dass es da scheinbar keinen großen Unterschied gibt.

Nun brauchen wir aber nicht allzu traurig sein, ein bisschen besonders ist der Mensch ja schon. Denn was der Affe nicht kann, ist sich selbst einzugestehen, ein Verlierer zu sein. Wir, du und ich, sind uns selbst bewusst. Wir haben Erwartungen an uns selbst, die bei Erfolg erfüllt oder gar übertroffen werden können. Tja, und wenn wir verlieren, ist eben das Gegenteil der Fall: Unsere Erwartungen wurden nicht erfüllt, wir sind von uns selbst und von unseren Fähigkeiten enttäuscht, uns plagen Selbstzweifel und wir wollen am liebsten alles und jeden hinschmeißen, um uns in Zukunft lieber neuen, einfacheren Herausforderungen zu stellen. Und da beginnt der eigentliche Ärger. Wie viele Videospiele haben wir abgebrochen, weil sie zu schwer waren, weil wir ihnen nicht gewachsen waren? Aus wie vielen FIFA-Matches sind wir in Rage geflüchtet, weil der Gegner uns innerhalb von 10 Spielminuten drei Tore reingedrückt hat, und wie oft hatte ich wohl den Gedanken, die Disc von Dark Souls einfach für immer aus meiner Konsole zu verbannen, weil ich Ornstein und Smough auch nach dem zehnten Versuch nicht besiegt habe?

Nicht nur, aber gerade in Spielen aus der Riege der ,,Souls-Reihe" stehen wir vor der Frage: Soll ich aufgeben oder standhalten? Bin ich stark genug oder bin ich etwa zu schwach? So habe ich Dark Souls II nur bis zum Ende durchgestanden, weil ich meine Selbstzweifel zurückgehalten habe. Ach Quatsch, ich habe sie gar nicht erst aufkommen lassen. Der Trick? Ich habe meine Wutanfälle - denn ich echauffierte mich in diesem Spiel öfter als in meinen gesamten vierhundert Stunden Spielzeit in Modern Warfare 2 - einfach in Energie umgewandelt. Ich wollte nicht, dass eine bloße Anhäufung von Daten mein fleischiges Ich besiegt. Schließlich habe ich es geschafft: Ich bin zu einer Dämonin geworden, zu einer Bestie, ja zu einem Greymon bin ich digitiert! Mit all meiner bösen Macht habe ich dieses verdammte Spiel besiegt. 

ARRRGH!

Dadurch, dass ich Dark Souls besiegt und gelernt habe, meine böse Energie in Schaffenskraft umzuwandeln, bin ich übrigens in Bezug auf andere Videospiele ein ruhigerer Mensch geworden, gar sensibel und harmoniebedürftig. Im Grunde hat dieser Text jetzt sogar eine Message:

 ,,Leb' deinen Traum, denn er wird wahr. Geh' deinen Weg, stelle dich der Gefahr! Alles, was wichtig ist, wirst du erkennen, wenn die Zeit gekommen ist! Ja greif' nach den Sternen, du bist bereit. Glaub an dich bald ist es soweit [...]"

(aber Horoskope und Sternbilder sind Quatsch. Ehrlich jetzt.)





Samstag, 19. Juli 2014

Sommerloch


Die Hitze macht sich breit, treibt Schweiß und Körperdunst aus den Poren einst käseweißer Haut. Der Sommer ist da und mit ihm, alle Freuden und Laster zugleich: Mit dem Fahrrad fahren, Schwimmen gehen, Eis essen, die lauen Abende im Park oder am Strand des örtlichen Badesees verbringen, grillen, ein gutes Buch lesen, einfach hinaus ins Blaue fahren, ...

Die Sommerfreuden eines Videospiel-Fans sind obendrein seine größten Laster und man möchte der üblichen Klischees wegen behaupten, dass so mancher Gleichgesinnte all diese Tätigkeiten ganz im Schutze seiner molligen Zockergrotte lediglich indifferent an sich vorbeiziehen lässt. Doch tatsächlich kann ich zumindest von mir selbst behaupten entgegen jeglicher Stereotypie, fröhlich und vital an allen Freuden des Sommers teilzuhaben.


Es ist ein Jammer. Die Kraft des gleißenden Tagesgestirns hat eine Schweißpfütze aus meinem Körper quillen lassen, auf der ich geradewegs in ein tiefes dunkles Loch gestürzt bin. Nun, dieses Loch ist natürlich nur so dunkel, wenn wir hier von Videospielen sprechen. In anderen (echteren) Sphären ist es so hell und leuchtend, so verheißungsvoll und abenteuerversprechend wie die Julisonne selbst. Spieletechnisch stecke ich tief im Sommerloch: Ich zocke nicht und ich bin des Titels ,,Vollzeitnerd" nicht mehr würdig. Meine Playstation 3 liegt schon beinahe zwei Wochen brach und das ist dieses Jahr seltsam. Letztes Jahr habe ich meine Sommerferien immerhin mit Dark Souls versüßt (und versauert). Dieser Sommer bleibt geschmacklich neutral, ungewagt und ungespielt. Doch ich find's gut. Ich klettere raus aus der Zockerhöhle und stattdessen hinein in die brutzelnde Hölle des unternehmungsfreudigen Ferienlebens - und das fühlt sich keineswegs falsch an (zumal nun wirklich keine Unterschiede bei der Temperatur bestehen). Doch keine Angst, diese Auszeit hat einen Sinn.

Ich brauche Urlaub. Ich brauche ich eine Auszeit vom riesigen E3-Hype, der mich in den letzten Wochen sogar bis in meine Träume verfolgt hat. Ständig kreisten meine Gedanken um die Frage, welche Konsole der nächsten Generation denn die richtige sei, ständig musste ich an die vielen neuen Spiele denken, die im Juni auf der E3 angekündigt wurden: Assassin's Creed Unity, Destiny oder das neue The Legend of Zelda ließen mein Herz blutvoll umherhüpfen. Ich brauche Ruhe vor dem Herbststurm. Denn eines ist gewiss: Dieser Sturm wird heftig.

                                                      
The Last of Us Remastered 
Destiny 
Dragon Age: Inqusition
Evolve
Die Sims 4
Borderlands: The Pre-Sequel
Theatrythym Final Fantasy: Curtain Call
Little Big Planet 3 
Mittelerde: Mordors Schatten
Assassin's Creed Unity
Far Cry 4
Pokemon Omega Rubin & Alpha Saphir


Dieser Sturm wird uns alle von den Füßen reißen. Er wird uns endlich (und hoffentlich) zeigen, dass die wirkliche neue Generation angebrochen ist. Dann befinden wir uns nicht länger in einem Loch, sondern wieder in den höchsten Höhen des Videospielhimmels. Möge der Höhenflug bis zum Sommer 2015 anhalten.

Montag, 16. Juni 2014

WiiU oder Playstation 4 - Ich wäge ab




Die E3 in Los Angeles, das größte, meisterwartete und meistgefeierte Event unter uns Videospielkulturisten, ist vorbei. Gezeigt wurden Trailer und Gameplay jeder Menge interessanter Spiele, von denen ein Großteil noch im Herbst und Winter diesen Jahres auf den Markt kommen wird. Ich habe also noch etwas Zeit abzuwägen, für welche neue Konsole ich Herz und Geld verschenken soll: PS4 oder WiiU? Und was zur Hölle ist eigentlich mit der XBOX One? Letztere Frage lässt sich schnell beantworten: Die steht momentan gar nicht auf meiner Agenda, und das hat nichts mit einer allgemeinen Anti-Haltung gegenüber Microsoft zu tun, sondern vielmehr mit dem hohen Preis der Konsole (dieses Argument wird jedoch mit der Ankündigung einer Kinect-losen Variante just wieder negativiert) sowie dem Spiele-Line-up, das mir in seiner Gänze einfach nicht zusagt. Die Exklusiv-Titel der PS4 und insbesondere das Material aus dem fernen Osten lässt mein Spielerherz etwas schneller schlagen, als die überwiegende Shooter- und Multiplayer-Action aus dem Hause Microsoft.
Nun denn, was spricht für die PS4, was spricht dagegen? Oder warte ich damit noch und stelle mir stattdessen die WiiU neben den Fernseher? Vieles spricht momentan für das Nintendo-Flaggschiff, denn der E3-Auftritt der krieselnden Japaner hatte mich mehr als begeistert. Wägen wir einfach mal ab:

 

 

Das spricht gegen die PS4


Sony's Wunderwerk, dem zusammen mit der XBOX One vor ziemlich genau einem Jahr die Aufgabe zugetragen wurde, den Übergang in eine neue Epoche des Gaming einzuläuten, ... ist damit (bis jetzt) kläglich gescheitert. Die Konsole selbst klagt mit Kinderkrankheiten: Die 500GB große Festplatte erscheint mir etwas klein, wenn ich Playstation Plus weiterhin intensiv nutzen will. Zudem muss man sich vor Augen führen, dass Action-Spiele wie Infamous: Second Son allein schon 25 GB auf der Festplatte verschlingen. Wie viel Platz würde die Neuauflage eines GTAV wegnehmen? Wie groß ist ein zukünftiges Open World-RPG alá Skyrim? Dass irgendwann eine PS4 2.0 oder eine ,,Slim"-Variante mit größerer Festplatte und weiterern Verbesserungen auf den Markt kommen wird, steht fest - der Zeitpunkt hingegen nicht. Einfach eine größere Festplatte einzubauen, wäre sicherlich die bessere Lösung für  ungeduldige Zeitgenossen wie mich.
Ein tiefgreifenderer Faktor für meine Desillusionierung ist das dürftige Spieleangebot: Was kam bisher raus? Nun, als ich gestern durch meinen Elektronikmarkt des Vertrauens schlenderte, musste ich resigniert feststellen, dass mich diese Paar Spiele in strahlend blauer Verkleidung ziemlich kalt lassen: Knack, Call of Duty: Ghosts, Killzone Shadowfall, Thief und die ganze Sport-Fraktion.
Gerne spielen würde ich hingegen: Infamous: Second Son, Tomb Raider: Definitive Edition und Watch Dogs. Diese letzteren drei Spiele, rechtfertigen den Kauf einer 400 Euro teuren Konsole sicherlich nicht. Zumindest hat die diesjährige E3 gezeigt, dass das flache Angebot bald eine kräftige Aufstockung erfährt. Dann wird nichts mehr gegen die Anschaffung der neuen Sony-Konsole sprechen: 

 

Das spricht für die PS4

 

Hier die für mich interessanten Spiele, die noch dieses Jahr für die PS4 erscheinen:

 

  • Last of Us: Remastered (29.07)
  • Destiny (09.09.) 
  • Dragon Age: Inquisition (07.10.)
  • Mittelerde: Mordors Schatten (07.10.)
  • Evolve (21.10.)
  • Assassin's Creed Unity (28.10.)
  • Far Cry 4 (18.11.)
  • Little Big Planet 3 (November) 

Davon bin ich besonders scharf auf: 

Assassins's Creed Unity:

Das auf der E3 gezeigte Material dieses Spiels hatte mich wider Erwarten begeistert. Nun, ,,wider Erwarten" ist ein wenig gelogen: Ich weiß, dass mich Ubisoft mit einem neuen AC immer wieder packen kann. Obwohl ich bei den Assassinen-Games der letzten Jahre mehr und mehr ermüdete, schaffe ich es dennoch nicht, dieser Reihe den Rücken zu kehren. So auch bei AC Unity: Die französische Revolution sah noch nie so un-langweilig aus: Die Animationen der Menschenmengen, durch die sich Held Arno seinen Weg bahnt, sehen so lebendig aus; Die Gebäude erstrahlen in einem noch nie dagewesenen Licht; Und überhaupt: Die Gebäude! Endlich ist es wieder möglich, die höchsten Kirchen und die schönsten Bauwerke der europäischen Zeitgeschichte zu erklimmen! Assassin's Creed geht quasi wieder zurück zu den Wurzeln des Entstehens. Als Fan des zweiten Teils der Serie freut mich das nochmal besonders. Assassin's Creed Unity wird somit zum ersten echten Kaufgrund einer PS4.


Dragon Age Inqusition:

Zwar wurden meine Erwartungen an Dragon Age: Origins nicht so erfüllt, wie sie mir Mensch und Medien auferlegt hatten, dennoch freue ich mich auf den nunmehr dritten Teil der Serie. Dass mir der Erstling aus dem Jahre 2009 nicht ganz gefiel, lag primär daran, dass ich ihn einfach zu spät gespielt habe, nämlich erst letztes Jahr. Die veraltete Grafik störte mein von fortschrittlicheren Spielen verwöhntes Auge immens, die Schein-Open-World floppte - einzig die Story wurde für ein westliches RPG (welche meiner Meinung nach im Vergleich mit der östlichen Konnkurrenz besonders im Fach Geschichte abstinken) spannend erzählt und trotz veralteter Technik inszenatorisch gut herübergebracht.
Ja, ich freue mich auf Dragon Age: Inqusition, weil die Trailer das versprechen, was ich im Vorgänger vermisst habe: Eine schönere und vor allem große Welt (die jedoch immer noch multiregional sein wird), Monströse Drachen im eleganten Grafik-Gewand und Brachiale RPG-Action auf Next-Gen-Niveau.



Das spricht gegen die WiiU


Was spricht gegen die WiiU? Was spricht gegen Nintendo? Zwar hat die WiiU in Sachen Technik mächtig aufgeholt, jedoch sind einige Mängel nicht von der Hand zu weisen: Als ich zum ersten Mal mit dem Nintendo-Flaggschiff in Berührung kam, fielen mir sofort die langen Ladezeiten auf, die im eShop, im Menü und bei Updates besonders kräftig an den Nervensträngen des ungeduldigen Spielefreunds ziehen. Das zweite Manko ist das WiiU GamePad, welches Ausdruck einer neuen und innovativen Art des Spielens sein sollte, sich aber eher als Klotz am Arm entpuppte. Zu groß, zu sperrig, zu schwer - brauche ich nicht. Der WiiU-ProController liegt da einfach viel besser in der Hand (kostet aber rund 45€ zusätzlich).
Gegen die Wii U sprach zudem vor einigen Monaten noch das dürftige Spieleangebot. Dieses Argument erübrigt sich jedoch, wenn wir uns die zuletzt erschienen Toptitel vor Augen führen:

Donkey Kong Country: Tropical Freeze, Super Mario 3D World, The Wonderfull 101, Pikmin 3, The Legend of Zelda: The Wind Waker HD und allen vorran: Mario Kart 8 - das sind alles Spiele,  die den Kauf dieser Konsole rechtfertigen.

 

Was spricht für die WiiU?


Wie man vielleicht zuvor gelesen hat, war ich ziemlich begeistert von Nintendos Digital Event im Zuge der diesjährigen E3. Anders als die Konkurrenz, schaffte es das große N, eine derartige kindliche Begeisterung und Vorfreude auf zukünftige Videospiel-Abenteuer in mir zu wecken, wie ich sie lange nicht mehr verspührte. Schauen wir uns mal an, womit uns Nintendo in der letzten Woche die Socken ausgezogen hat:

  • The Legend of Zelda WiiU
  • Xenoblade Chronicles X
  • Yoshi's Woolly World
  • Splatoon
  • Star Fox U
  • Captain Toad: Treasure Tracker
  • Super Smash Bros.
  • Shin Megami Tenei X Fire Emblem
  • Monster Hunter 4 Ultimate
  • Hyrule Warriors 
  • Bayonetta 2


.. um nur einige zu nennen. Wermutstropfen: Ein Großteil dieser Spiele erscheint erst nächstes Jahr.


Andererseits habe ich Jede Menge auf der PS3 nachzuholen:  


  • Batman Arkham Asylum
  • Batman Arkham Origins

  • Beyond: Two Souls
  • Dark Souls II
  • Max Payne 3
  • Lego Marvel Super Heroes
  • Portal 2
  • Fallout New Vegas

 Sowie einige JRPGs: 

  • Final Fantasy XIII: Lightning Returns
  • Resonance of Fate 
  • Tales of Symphonia Chronicles
  • Tales of Xillia 
  • Nier

Der ,,Pile of Shame" ist groß. Er ist wahrscheinlich noch viel größer als es diese Checkliste zunächst verlautbaren lässt: Ständig kommen neue Spiele hinzu, sei es in der Werbung, in Elektronikmärkten oder von anderen Meinungen aufgeschnappt. Ich habe also noch genug in der mittlerweile ,,alten Generation" zu tun. Sicher ist: Die WiiU und die PS4 kommen beide irgendwann ins Haus. Nur welcher Zeitpunkt ist der richtige? Benötige ich unbedingt noch dieses Jahr eine neue Konsole? Muss ich es also vorzeitig erzwingen, den Haufen der Schande noch weiter in die Höhe wachsen zu lassen? Der Kopf sagt offensichtlich: Nein! 
Aber was sagt das Herz eines Spielefans, welches in seiner Begeisterung der Rationalität schon lange entflogen ist?


Mittwoch, 11. Juni 2014

Nintendo hat die E3 gewonnen

Nintendo hat die diesjährige E3 gewonnen. Dieses Fazit möchte ich schon am Anfang dieses kleinen Kommentars vorwegnehmen. Warum? Weil sie es auf dem gestrigen Digital Event jedem treuen Fan und jedem Skeptiker gezeigt haben. Mir selbst haben sie es nicht nur gezeigt, sie haben mir die Socken von den Füßen gerissen; Nintendo hat verdammt nochmal bewiesen, dass es keine große Show braucht, um das zu zeigen, was jeder Videospielfan letztendlich sehen will: Jede Menge Spiele. Handfest. Zum greifen nah.

Rekapitulieren wir die vorherigen Pressekonferenzen der vermeindlich größeren Tiger im Spiele-Jungel:


Den Anfang machte Microsoft mit Call of Duty: Advanced Warfare. Und das sah toll aus, keine Frage: Krach, Schießereien, Explosionen, Emotionen, Call of Duty. Same procedure as every year.


Gezeigt wurde außerdem: 

Forza Horizon 2
Forza Motorsport 5
Assassin's Creed Unity
Dragon Age Inqusition
Sunset Overdrive
Halo 5
u.a.

Gähn.
 
Überraschungen? 

Gab es, und zwar mit dem Nachfolger eines Titels, der mit erst vor Kurzem dank PS+ die Freizeit versüßte: Die Rede ist von Tomb Raider. So wurde ganz unvermittelt der Trailer zu "Rise of the Tomb Raider" präsentiert, der eine erwachsenere Lara zeigt, die anscheinend auf Grund jüngster Eregnisse psychisch nicht mehr ganz so stabil daherkommt. Erscheinen soll das Action-Adventure aber erst im Winter 2015.

Ansonsten war ich sehr ernüchtert von dieser PK.


Und mein einstiger Favorit für den Award "E3-König" Sony?

Die zeigten:

Destiny
Ratchet and Clank
Ein DLC zu Infamous: Second Son
den Indie-Titel Entwinded, der gleich nach der PK erworben werden konnte
Bloodborne, ein neues Action-RPG der ,,Souls"-Schöpfer (zu dem aber nur ein nichtssagender Trailer gezeigt wurde)

Gähn. 

Gefallen hatte mir hingegen der neue Trailer zu The Order 1886, Batman Arkham Knight sowie das Bildmaterial zu Uncharted 4.  Alle drei sind grafisch atemberaubend, kratzen am Rande der visuell wahrnehmbaren Realität und - hier weitere Superlative einfügen - .
Dass GTAV nun auch für die neue Generation herausgebracht wird, überraschte mich nicht, aber lässt mich ernsthaft überlegen, das Ding später nochmals für die PS4 zu besorgen. Die potenzielle Grafikpracht sowie mögliche Zusatzinhalte stoßen da ihre verführerischen Lockstoffe aus.
Totzdem konnte ich dem Ganzen nicht mehr als mit einem Nicken mit anschließendem Schmunzeln entgegenwirken. Das habe ich alles erwartet und das ist auch alles gut.

Überraschungen? Gab es! Und zwar zunächst mit Little Big Planet 3, womit ich im Vorfeld nicht rechnete. Ich freue mich riesig auf das Spiel, doch die größten Hochgefühle sind zwei Tage nach der Ankündigung wieder verschwunden. Im nachhinein hätte ich mir lieber eine neue Marke der Kreativschmiede Media Molecule gewünscht, die mit Tearaway gezeigt haben, dass es nicht unbedingt den putzigen Sackboy braucht, um ein Feuerwerk des Charmes und der schöpferischen Finesse zu entzünden. Den großen Grafikunterschied zum PS3-Vorgänger muss man im aktuellen PS4-Trailer mit der Lupe suchen, Neuerungen sind mit den drei zusätzlichen Spezialcharakteren vorhanden, hauen aber niemanden aus dem Drehstuhl.
Eine weitere Überraschung war No Man's Sky, ein Science Fiction-Spiel von einem mir unbekannten Entwicklerstudio namens Hello Games. Rauschiffe! Dinosaurier! Ich bin gespannt.

Diese PK langweilte mich zumindest nicht. Dennoch blieben die großen Überraschungen aus, die ich im Vorfeld so sehr ersehnte. Sicher, eine PS4 werde ich mir irgendwann zulegen, doch der Zeitpunkt des Geschehens liegt weiterhin in einer unbestimmten Ferne.


Nintendo hat indes die ersten Handgriffe getätigt, um sich aus den Trümmern ihrer eigenen Missplanung zu ziehen. Nach dem gestrigen Digital Event habe ich begeistert beschlossen: Endlich kann ich ruhigen Gewissens für eine WiiU sparen und mich auf Xenoblade Chronicles X, Bayonetta 2, das neue Zelda, Yoshi's Wooly World, Captain Toad: Treasure Tracker sowie auf weitere neue Abenteuer mit dem wohlbekannten Helden aus dem Hause Nintendo freuen!

Ist es nicht paradox? Wir prangern die schier ungehemmte Markenausschlatung der großen westlichen Vertreter der Branche an: Wir regen uns Jahr für Jahr über Call of Duty auf; Wir verdrehen bei der Ankündigung eines neuen Assassins Creed mittlerweile die Augen, anstatt sie weit aufzureißen; Wir wollen neue Marken, neue IP's und neue Helden. Wir wollen das, was Nintendo überhaupt nicht macht!
Stattdessen machen wir uns bei der (wohlgemerkt) längst überfälligen Ankündigung eines neuen The Legend of Zelda für die WiiU vor Aufregung in die Hosen; Wir heulen vor Freude, wenn das Pokemon-Thema ertönt, welches schon vor fünfzehn Jahren aus unseren Game Boy gequetscht wurde; Wir zucken mit Fingern und Fäusten, wenn Mario, Yoshi, Peach, Toad und Donkey Kong über den Bildschirm hüpfen, um sich im Trailer des nunmehr vierten Teils der Super Smash Bros.-Reihe die ikonischen Köpfe einschlagen; ... Ja es ist wohl paradox. Ist es der hauseigene Charme? Ist es das immer-fröhliche und niemals-düstere Flair der Nintendo-Games? Ich gebe mich mit der Erklärung zufrieden: Nintendo wird gefeiert, weil Nintendo einfach (wieder) Nintendo ist.

Donnerstag, 15. Mai 2014

Spiele, die ich nie beendet habe #2



Jemand, der von sich behauptet, er verbringe gern und häufig seine kostbare Lebenszeit mit Videospielen, der bewahrt mindestens zwei verächtliche Spielstapel in der hintersten Ecke seines Regals auf: Den ,,Pile of Shame", ein stinkender Haufen voller (meist günstig) erstandener, noch ungespielter Spiele und den ,,Pile of Termination", ein noch übel riechender Haufen voller Spiele, die angefangen aber nicht beendet wurden.
Auch in dem zweiten Teil dieser Rubrik geht es um den ,,Pile of Termination". Auch heute wird wieder ein Spiel unter die Lupe genommen, dessen Credits ich niemals zu Gesicht bekam, dessen letzte Minuten und Showdowns ich niemals erlebte und dessen Endgegner ich niemals gegenüberstand:



Darksiders
















Spielzeit:

circa 15 Stunden


Woran es gelegen hat:

Der Geschmack von Sushi, der Geschmack eines auf der ganzen Welt geliebten japanischen Originals, begleitet mich auch Stunden nach dem genussvollen Verzehr ins Bett, wacht zusammen mit mir auf und lässt mich von nächsten sinnlichen Momenten träumen. Hoso-Maki, Sashimi, Nigiri - Sie alle sind in ihrer Art verschieden, ergeben sich aber im Zusammenspiel zu einem wohlwollenden Geschmackserlebnis, das mich in seiner Gänze verzaubert hat.
Argwohn und Skepsis einer neuartigen Speise gegenüber sind eine natürliche Reaktion des Menschen. Wir essen, was wir gewohnt sind. Wir essen, was auch allen anderen schmeckt. Stehen wir vor etwas Unbekanntem, lehnen wir es meist im Vorhinein ab. Sind wir mutig und kosten ein Stück, können wir entweder in den Himmel der sieben Kostbarkeiten gehoben werden, oder kotzen in die nächstgelegene Tonne. Ich bin das Risiko eingegangen und habe die exotische Kombination aus Algen, rohem Fisch, Avocado und Reis probiert und war begeistert, bin gar um eine Lebenserfahrung reicher geworden.


Das Action-Adventure Darksiders, im Januar 2010 erschienen, hatte ich schon lange im Blick. Eine Mixtur aus God of War und The Legend of Zelda, oder: ein ,,Zelda für Erwachsene" - so wird das Spielprinzip auch dem skeptischen Videospielnarren schmackhaft gemacht.
Argwohn und Skepsis eines Videospiels gegenüber, welches sich als neues Franchise auf dem Markt zu etablieren versucht, sind natürliche Reaktionen eines Spielefans. Wir können den Neuling ignorieren und weiter an altbekannten Marken festhalten. Doch so entgeht uns vielleicht eine wunderbare, neuartige Spielerfahrung. Ich bin das Risiko nach langem Zögern eingegangen und ... nun, zumindest wollte Darksiders nicht in die nächstgelegene Tonne werfen. Nicht Wut und Entrüstung über verbockte Spielmechaniken trieben mich dazu, das Spiel mit dem Krieg abzubrechen. Vielmehr löste sich die Lust am Spiel nach und nach schleichend auf:

Das, was Darksiders machen will, macht es gut: Die Waffen-Varietät eröffnet eine große Vielzahl an Combos, was das Kampfsystem mit der nötigen Komplexität ausstattet; Der Comic-eske Grafikstil schmeichelt dem Auge, die Sprecherstimmen würzen das Erlebnis mit einer Brise Coolness und die Bosskämpfe sorgen für jene Herausforderung, die das adrenalinverwöhnte Spielerherz zum Weiterschlagen benötigt.
Nach langer Phase des Hungerns sind die ersten Bissen in eine Speise doch immer die besten: Dies alles bereitete mir große Freude - anfänglich. Denn diese Freude verebbte allmählich, je länger ich ins Spielgeschehen eintauchte und je weiter ich mich in der Welt von Darksiders fortbewegte. Dieses Spiel wiederholt sich, es überrascht nicht: Mich plagen immergleiche Schalterrätsel; Das Kämpfen nutzt sich ab und verkommt zum stumpfen Knopfgehaue. Dieses Spiel, was ein ,,Zelda für Erwachsene" sein will, ist nichts anderes als ein Allerlei, ein Potpourri aus bereits bekannten Spielelementen: Kampfsystem, Boss-Mechaniken, Rätsel und Dungeons - das alles haben wir bereits gesehen; Das alles haben unsere Geschmacksknospen irgendwo schon einmal kennengelernt. Was fehlt, ist die Originalität. Es fehlt das Eigentümliche, das besondere Etwas, das einem Spiel jene Resonanz verleiht, die es Jahre später zur Ikone aufsteigen lässt.




Gut geschmeckt hatte das Potpourri. Doch es konnte nicht den Nachklang eines ersten Bissen in eine Sushi-Rolle auslösen. Dieses Potpourri kitzelte lediglich am Gaumen; es befriedigte den Hunger nach dem bereits Erlebten. Doch es fehlt an Originalität und Fantasie, um mir eine neue Spiel- und Lebenserfahrung zu bescheren, wie es jene unverkennbare östliche Speise tut. Somit ist Darksiders nur etwas für den kleinen Hunger. Dieses Spiel ist eine reine Bedürfnisbefriedigung, die den hungrigen Fan des japanischen Originals über die lange Wartezeit bis hin zur nächsten Geschmacksoffenbarung geleitet.
Ich hatte den immer gleichen faden Geschmack eines Darksiders irgendwann satt. Hirn und Magen waren bedient und ermüdet, was mich dazu trieb, das Essbesteck letztendlich beiseite zu legen.



Zweiter Anlauf?

Es gibt einige Dinge, die ein Videospiel-Fan niemals tun sollte:

  • u.a. das Spiel ausschalten ohne zu speichern (schon gar nicht bei Animal Crossing), 
  • Zwischensequenzen skippen (schon gar nicht bei Metal Gear Solid
  • Ein Spiel abbrechen, während man sich gerade in einem Dungeon befindet (schon gar nicht bei Darksiders).

 ,,Dunkler Thron" - so lautet der Name der letzten Hürde, die es in Darksiders zu bewältigen gillt, bevor sich der Spieler den Endbossen ,,Straga" und ,,Abbadon" stellt. Tja, leider habe ich letztere der drei hier aufgeführten Dummheiten begangen und hänge nun mitten im ,,Dunklen Thron" fest: ,,Welche Ausrüstung brauche ich hier? Welche Ausrüstung habe ich überhaupt und wie benutze ich diese? Und verdammt, wo bin ich und wenn ja, wie viele?"



Chaos, Verwirrung und Desorientierung sind die Folgen meiner nunmehr sechs Monate andauernden Darksiders-Abstinenz. Die Aussicht einer Re-Orientierung hängt nun ganz allein von meinem Durchhaltevermögen ab: Versinke ich im Strudel der Unlust und des Chaos oder kann ich mich aufraffen und den letzten, noch kurzen Weg zu Ende bestreiten? Die Lust, es noch einmal zu versuchen besteht auf jeden Fall, zumal mir die Bosskämpfe in Darksiders den meisten Spaß bereiteten. Es wäre ein Jammer, wenn ich den letzten Showdown niemals erleben würde. 

Also, Abbadon ICH KOMME!!! (...sobald ich diese Mechanik mit dem Lichstrahl hier ausgetüftelt habe...warte, gib mir maximal zwei Stunden...).


Freitag, 9. Mai 2014

Spiele, die ich nie beendet habe #1



Wir machen halbe Sachen. Wir sagen A und verschlucken das B. Wir fangen Dinge an, aber beenden sie nicht. Wir, diejenigen, die im Universum der Videospiele ihren Platz gefunden haben und sich mehrmals im Jahr der Aufgabe stellen, die Welt von dem Bösen zu befreien - wir nehmen Dinge nicht immer ganz so ernst wie es uns das Credo vorschreibt.
Eine große Herausforderung verspricht den größten Erfolg, wenn sie denn bestanden wird. Doch einige dieser Herausforderungen verlieren diesen Reiz, sie landen auf einen schwülstigen Haufen voller abgestellter, mehr oder weniger vergessener Taten, Erinnerungen und Ehrenworte. 
Auch ich habe so einen Haufen, der noch beschämender ist, als der sogenannte ,,Pile of Shame", auf dem all die Videospiele ihren Platz finden, die noch darauf warten, überhaupt erst gespielt zu werden. Ja, der hier gemeinte Haufen riecht weitaus übler. Diese Sache stinkt, denn hier geht es darum, ein Spielerlebnis abgebrochen zu haben. Ich habe Spiele angefangen und nicht beendet, manchmal sogar in dem Wissen, dass mir eventuell wundervolle Erfahrungen dadurch für immer verwehrt bleiben. So auch bei den folgenden, hier aufgeführten Videospielen.



Dragon's Dogma














Spielzeit:   

40 Stunden


Woran es gelegen hat:  

Meinem Charakter wurde gerade das Herz von einem riesigen Drachen herausgerissen. Er ist schwach, dennoch muss er dem Drachen hinterherreisen, um sein Herz auf schnellstem Wege zurückzuerlangen. Ohne Rüstung, stattdessen spärrlich mit Lumpen bekleidet tritt er die Reise an durch eine Welt, in der am Tage die größten Ungetüme walten und Nachts die Geschöpfe der Dunkelheit auch die kleinste Nische in ein bedrohliches Schwarz umhüllen. Ich beschimpfe meinen Charakter. ,,Dieser Schwächling, der sich von einem Wolfsrudel überwältigen lässt, dem schäbige Diebe den letzten Krümel Brot stehlen - wie soll ich mit diesem Feigling in so einer rauen Welt überleben?". 
Es gibt kein Schnellreisesystem, die Monster sind zu stark für einen (anfangs) schwachen Helden - das kann extrem demotivieren und man könnte jetzt glauben, dass ich genau deswegen - wegen dieser unsäglichen Sperrigkeit und Unzugänglichkeit Dragon's Dogma abgebrochen habe. Aber nein, genau das Gegenteil war der Fall. Ich wollte dieses Spiel nicht so schnell aufgeben. Also blieb ich bei der Stange und levelte stundenlang, gar tagelang an einer geeigneten Stelle. So bewegte ich mich langsam aber sicher durch die krude Spielwelt Gransys und machte immer schneller Fortschritte: Ich besuchte Städte und handelte mit Items; Ich schlug mich durch dunkle Höhlen, durch finstere Wälder, bezwang dabei Harpyen, Chimären und Zyklopen, ... . Nach circa 40 Stunden Spielzeit brachte ich mit Frust und viel mehr Freude den Großteil der Story hinter mich. Dann folgte die Zäsur: Ein tiefgreifendes Storyereignis ließ die heile Rollenspielwelt aus den Fugen geraten: Ich konnte keine Städte mehr besuchen, schon gar nicht handeln; blühende Wälder, Höhlen und Gräber konnten nicht mehr durchforstet werden - das Chaos, das in der zweiten Spielhälfte in Gransys einbrach, traf auch meine eigene Spiellust. Dragon's Dogma verwandelte sich von hier an in eine für mich unbezwingbare und undurchschaubare Gesetzlosigkeit. Unsagbar mächtige Wesen, Drachen, Chimären und Ungetüme der Unterwelt, die noch schrecklicher und noch stärker waren, als jene Monster, die ich zu anfangs bezwang, drehten den Spieß um und ließen meinen Frust ansteigen. Nein, mit der zweiten Hälfte dieses Spiels wurde ich nicht fertig. Das Chaos bezwang mich und so gab ich schließlich auf.


Zweiter Anlauf?

Daraus wird in absehbarer wohl Zeit nichts. Dragon's Dogma ist ein Rollenspiel, das seine wahren Qualitäten erst nach einigen vergangenen Spielstunden offenbart. Ungefähr 15 Stunden hat es gebraucht, ehe ich und mein Charakter das Team geworden sind, welches die kantige, grobschlächtige Spielwelt Gransys benötigt. Dieses etwas besondere RPG ist so sperrig, so unzugänglich, dass die Chancen auf einen Wiedereinstig wohl letztendlich an meiner Angst scheitern, von den Geschöpfen Gransys' (wieder) in den Arsch getreten zu werden.
Sicher, diese Stunden sind es wert, vergeudet zu werden. Dragon's Dogma ist eine mühevoll zu erklimmende Leiter: Die ersten Sprossen sind rostig und spröde; Jedes Höherkommen ist ein Erfolgserlebnis, das für mich jedoch an jener Stelle versiegte, an der der Abstand zwischen den Sprossen so groß wurde, dass ich den Übergang hin zu den allerhöchsten Höhen nicht überwinden konnte.



Dark Souls 














Spielzeit:   

70 Stunden


Woran es gelegen hat:  

Bei Dark Souls hat es nicht primär an der Angst und Unlust meiner Wenigkeit gelegen. Äußere Umstände tragen Schuld an einer ganz großen Misere, die mir beim Zurückdenken immer noch eine kleine Träne von der Wange drückt: Im heißen Sommer des letzten Jahres sollte mir das düstere Dark Souls die nötige Abkühlung verschaffen. Doch dieser gutgemeinte und vermeidlich gut überlegte Gedanke sollte sich schnell als Farce herausstellen: Nein, nicht die Wut auf den Tod (die gewiss auch meinen Körper unnötig überhitzte) trug Schuld daran, dass ich dieses Spiel immer noch nicht beendet habe. Die Hitze selbst war der Übeltäter, der eines heißen Tages meine Playstation 3 so sehr überanstrengte, sodass ihr im Kampf ums eigene Leben letztendlich die Puste ausging. Kurzum: Das Teil ist durchgebrannt. Und zusammen mit ihr erlagen sämtliche Daten, Downloadgames und Speicherstände dem qualvollen Hitzetod. 
Wäre das nicht ironisch genug, so möge der Fakt, dass ich mich vor dem Unglück in dem feurigen Lost Izalith befand, dem Leser ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

 
Zweiter Anlauf? 

Ja natürlich. Ich bin sogar schon wieder dabei. Obwohl das Phänomen Dark Souls und das Phänomen Dragon's Dogma einander ähneln, fesselt mich ersteres Spiel nochmal anders, intensiver. Das ist paradox: In Dark Souls sterbe ich öfter; Ich fluche öfter und ringe mit der Versuchung, nicht nur das Gamepad wegzuschmeißen, sondern auch die gesamte Konsole plus Fernseher aus dem Regal zu reißen, zu verbrennen und um deren Überreste herumzutanzen. Dark Souls intensiviert die Erfahrung ,,Wut auf Videogames", benutzt aber gleichzeitig diese Wut, um den Spieler nur noch fester an sich zu binden. Was bei Dragon's Dogma fehlt, nämlich der Anreiz, von Anbeginn ein Teil der Spielwelt werden zu wollen, ist bei Dark Souls umso stärker gegeben: Jeder Tod und jedes Scheitern reißt den Spieler zwar immer wieder aus dieser Welt heraus, das ist aber keineswegs eine Blockade. Vielmehr steigt der Reiz, beziehungsweise der Wunsch, diese Welt in ihrer Gänze zu erfahren, bei jedem Spieltod weiter an. Ich will unbedingt weiterkommen; Ich will wissen, was in der nächste Nische und hinter dem nächsten Baum auf mich wartet; Ich will dieses Spiel überlisten und ich will es verdammt noch mal schlagen.



Bravely Default














Spielzeit:   

23 Stunden


Woran es gelegen hat:  

Bravely Default ist nicht das beste JRPG auf dem 3DS - das musste ich enttäuschend feststellen. Meine Vorfreude wurde nicht durch das Spielerlebnis bestätigt, welches Bravely Default als Silberstreifen am verdunkelten Firmament in der Welt japanischer Rollenspiele verheißungsvoll ankündigte. Sicher, auch ich fühlte mich zu Hause in diesem Spiel, das sich von erster Sekunde an als Nostalgie-Feuerwerk offenbarte. Ich wurde aber genau so schnell wieder vor die Tür gesetzt. Ich fühlte mich überfordert. Nicht mit dem Gameplay, das ist spaßig, frisch und dynamisch. Nein, nach über zwanzig Stunden Spielzeit wusste ich nicht wohin die Story in Bravely Default führt:  Ein Junge verliert sein Dorf samt Familie, trifft ein geheimnisvolles Mädchen. Zusammen müssen sie die Welt vor dem Untergang retten. Liebe, Verrat, Hass, Macht und Politik - das sind die gängigen Elemente einer traditionellen JRPG-Story, die hier einfach in einen großen Topf geworfen wurden. Die Geschichte in ,,BD" hat mich bisher überhaupt nicht gefesselt.
Ist Bravely Default zu klassisch? Sicher, ja: Dieses Spiel sollte eine Re-Definition klassischer Tugenden sein. Es wurde versucht, krampfhaft sämtliche Elemente eines traditionellen JRPGs in einem großen Ganzen zu bündeln. Das Ergebnis, ist ein Konglomerat aus verschiedensten Fragmenten, die allesamt nicht etwa das gewollte große Rollenspielerlebnis liefern, sondern sich vielmehr gegenseitig behindern. Bravely Default wollte so viel sein, es lud sich so viel auf, dass sein Gewicht den Höhenflug schnell beendete.
Ich selbst reagierte ratlos und indifferent der Story gegenüber. Da halfen auch keine auflockernden Pädo-Witzchen, die diesem Spiel eher das letzte Fünkchen Zauber entreißen.  


Zweiter Anlauf?  

Ja ich werde es versuchen. Bravely Default lebt von seinem Old-School-Final-Fantasy-Flair: Items, von der Phönixfeder bis zum Mithrildolch, die Spielwelt, das Jobsystem, das Monsterdesign, ... - das alles erninnert an die gloreichen Zeiten, in denen Final Fantasy als Deus Ex Machina das Hause Squaresoft vor dem Einstürzen bewahrte. Es erinnert an die Zeiten, in denen Final Fantasy unter vielen östlichen RPGs als finale Erfahrung alles und jeden fesselte und mit seiner Glorie in den Bann zog. Auch ich lag damals in diesen glänzenden Ketten, die mich daran hinderten, jemals einer anderen Spieleserie so sehr zu verfallen.
Nach 23 Spielstunden habe ich gewiss noch nicht alles gesehen und alles erfahren. Auch wenn es mich bisher nicht so packte, wie damals ein Final Fantasy 9, so kann dies immer noch geschehen! Bravely Default wurde mit dem Ziel erschaffen, eine Rückkehr zu alten Tugenden herbeizuführen. Dieses Spiel auf dem 3DS sollte die Renaissance klassischer japanischer Rollenspiele einläuten. Und das ist ein verheißender Gedanke, den ich gewiss nicht aufgeben möchte.


Samstag, 5. April 2014

Noch mehr Geständnisse


Im Kopf eines jeden Fulltime-Nerd schwirren Dinge, die er lieber für sich behält und der nerdigen Öffentlichkeit verschweigt, um nicht erbarmungslos geflamed und bis ins bodenlose gehated zu werden. Das ist mir aber egal, denn es ist Zeit noch mehr Dinge offen zu legen, die schon seit Jahren schwergewichtig auf mir lasten und danach schreien, endlich herausposaunt zu werden.

Achtung Ironie und Sarkasmus könnten eventuell dazu führen, dass das nerdige Ich eines Jemanden blutig verletzt wird. So sei es. Viel Spaß dabei.

    • Ich finde Dragon Age: Origins furchtbar und das liegt primär an einer Quest des Zirkels der Magier, in der man Stunden in Tiergestalten durch das 'Nichts' läuft, um einen Dämonen zu töten.

    • Die Iron Man-Filme sind doof und ich hasse den Bart von Tony Stark, mit dem ich im Übrigen nicht sympathisieren kann, da er ein aufgeblasenes Arschloch ist.

    • Ich halte Game of Thrones für einen langweiligen Mittelalter-Porno, bei dem ich mich dennoch jedes Mal wie ein Kind freue, wenn ein Charakter auf qualvolle Art und Weise getötet wird.

    • Meine erste Version des Game-Boy-Spiels Pokemon: Gold wurde beim Judo-Training von einem dicken Jungen gestohlen. Ja genau du Fetti!! Ich war damals nur noch nicht mutig genug, dir eins überzubraten!!!

    • Ich habe Die Sims und Age of Empires nicht auf dem PC, sondern auf der Playstation 2 gespielt.

    • Ich habe Metal Gear Solid 3: Snake Eater insgesamt 7 Mal durchgespielt und insgesamt 7 Mal am Ende geweint.

    • Ich liebe die Metal Gear-Reihe, finde aber Kojimas Humor so furchtbar, dass es traurigerweise wieder lustig ist: Warum grabscht der Präsident der Vereinigten Staaten dem Hauptcharakter Raiden in den Schritt? Genau, weil er sich nicht sicher ist, ob er Männlein oder Weiblein ist....

    • Mein ,,Pile of Shame“ umfasst zur Zeit 8 Spiele: Tomb Raider, XCOM, Hotline Miami, Borderlands 2, Bastion, Torchlight 2, DMC sowie Dark Souls und Bravely Default, die ich immer noch nicht beendet habe. (PS+ ist wohl Fluch und Segen zugleich)

    • Ich hatte niemals selbst ein SNES. Stattdessen habe ich immer bei Freunden gespielt.

    • Ich mag Tobey Maguire....besonders wenn er weint.

    • Ich habe meine PS2 Version von Metal Gear Solid verkauft, weil ich für eine PS3 gespart habe. Was für eine Schande. (der Erlös betrug übrigens 2 Euro). Was für eine Schande.

    • Ich mag den Multiplayer von Call Of Duty lieber als den von Battlefield. Was ist schon Teamgeist, wenn man als einsamer Wolf alles und jeden in den Boden stampfen kann? Besonders deine Mutter.
    • Bei Diablo 3 klicke ich Gespräche und Zwischensequenzen weg, weil ICH EINFACH NUR SPIELEN WILL!!!11

    • Die Figur Captain America mag zwar von Grund auf langweilig sein, die auf dem Boden gebliebene Faust-Ins-Gesicht-Action in den Marvel Filmen ist jedoch so unterhaltsam, das der ,,Cap“ wohl mein Lieblings-Avenger ist.

    • Wenn ich Mass Effect oder Fallout neu beginne, wähle ich immer wieder die gleichen Gesprächsoptionen, weil ich es nicht mit meiner Moral vereinen kann, vom Status des strahlenden Helden abzuweichen.

    • In meinem Keller verstaubt ein großer Ordner voller Yu-Gi-Oh!-Karten, dessen Oberflächen mit Yu-Gi-Oh!-Booster-Pack-Papieren beklebt sind.

    • Wenn wir schon bei Yu-Gi-Oh! sind: Ich habe einmal mit Freunden ein riesiges Turnier organisiert, welches dem ,,Battle City Turnier“ der 2. Staffel des Anime gleich kam: Ungefähr 30 Leute durften sich auf einem Gelände in der Größe von 3 Fußballfelder frei bewegen und mussten sich gegenseitig ,,duellieren“. Wer 6 Locator-Cards erspielt hatte (also 5 Mal gewann) kam in die Final-Runde. Ich belegte den 2. Platz.


 Meine ersten Geständnisse gibt es hier.

Dienstag, 11. Februar 2014

Kalter Kaffee Pokemon



Pokemon X/Y macht mich fertig. Dieses Spiel ist wie Kaffee – nur, dass man es als Kind auch geliebt hat. Ich brauch es jeden Tag. Der Geschmack ist großartig, aber irgendwie hängt er mir zum Halse raus.

Seit Oktober spiele ich nun fast täglich Pokemon X/Y und habe mittlerweile 120 Spielstunden auf dem Konto. Dabei spiele ich es nicht mal für eine längere Zeit am Stück. Morgens nach dem aufstehen, oder in der Pause zwischendurch. Eben wie Kaffee.

Die Top 4 habe ich schon lange abgeschlossen. Beim Barte des Voluminas, was tue ich da eigentlich? Nun ja, ich kann's euch verraten: größtenteils Wundertausch. So kommt es vor, dass ich am PC sitze, surfe, Videos schaue, lustige Bildchen auf 9Gag betrachte und nebenbei im Augenwinkel auf das Touchpad meines 3DS tippe, um zu tauschen und zu tauschen und zu tauschen.
Habe ich ein cooles Vieh erhalten (zum Beispiel letztens Dratini: Yay!), schmeiß ich es in mein Team, schalte den EP-Teiler an und beginne damit, in der Siegesstraße haufenweise arme Schlurps und Strepolis umzukloppen, um irgendwann ein Dragoran mein Eigen nennen zu können. Natürlich tue ich das wieder nur im Augenwinkel. Oh, hier gibt es doch einen Unterschied zum Kaffee: Den genieße ich nämlich voll und ganz.

Ich schenke diesem Spiel nicht einmal meine volle Aufmerksamkeit und trotzdem behindert es mich. Es behindert mich zum Beispiel daran, endlich mal die letzte Mission in Fire Emblem: Awakening abzuschließen. Verdammt, es hindert mich sogar daran, das wundervolle Bravely Default, in das ich bisher lediglich nur reingeschaut habe, weiterzuspielen. Ich will Pokemon einfach nicht aus dem Kartenschlitz meines 3DS entfernen, obwohl ich weiß, dass ich an oben genannten Games wahrscheinlich viel mehr Spaß haben werde. Oder etwa nicht?



Ich habe großen Spaß an Pokemon. Immer noch. Und das ist irgendwie ein Problem. Ich kann damit einfach nicht abschließen. Vielleicht liegt das am rudimentären Drang des Menschen, Dinge sammeln und horten zu müssen? Über 700 Pokemon gibt es mittlerweile zu fangen und ich besitze zu diesem Zeitpunkt 447 (ohne Pokemon Bank – nur mit Wundertausch und grinding). Dabei habe ich mir im Vorfeld gar nicht zum Ziel gesetzt, meinen Pokedex zu komplettieren. Habe ich noch nie getan. Doch irgendwie bin ich gerade jetzt scharf darauf.

Wenn ich Pokemon eh nur als Käffchen für zwischendurch genieße – warum zocke ich dann nicht endlich Bravely Default und schenke diesem Spiel jene Aufmerksamkeit, die Pokemon nur zur Hälfte (oder eher zum Viertel) bekommt?

 

Geht einfach nicht. Eine Disc ist schnell gewechselt. Eine DS-Karte auch. Aber die Gedanken, die Zielsetzungen und Erfahrungen, die mit dem gewechselten Game verbunden werden, sind es nicht. Solange das Ziel im Kopf sitzt, alle Pokemon mein Eigen zu nennen, wird das wohl nichts. Solange Dinge nicht abgeschlossen sind, fällt es sicherlich nicht nur mir schwer, etwas komplett Neues zu starten. Sicher gibt es auch Spiele, die ich nicht abgeschlossen habe (und davon mehr als mir lieb ist). Aber das tat ich größtenteils aus dem einfachen Grund des erheblichen Verlustes an Spielspaß, wie es beispielsweise nach dem "Meltdown" bei Dragon's Dogma der Fall war, oder aus dem Grund des vorzeitigen Gefühls der Befriedigung ("Ich habe alles gesehen von dieser Welt und das reicht mir, danke."), wie es bei Final Fantasy 8 und 9 der Fall war.


Und Pokemon? Da geht alles locker von der Hand. Nichts ist mir zu schwer oder zu anstregend. Alles ist cool. Alles macht Spaß. Es gibt einfach keinen Grund, dieses Spiel nicht mehr weiter zu spielen. Bravely Default? Fire Emblem? Dafür habe ich später noch Zeit. Die habe ich in der Hinterhand. Der Gedanke, ich könnte diese Games eines Tages zocken, reicht. Täglich ein paar Momente meiner Zeit gehen für Pokemon flöten und der 3DS wird wieder zur Seite gelegt.

Diese Gedanken, die ich gerade niederschreibe führen zu nichts – sie drehen sich eher im Kreis und doch tut es gut sie einmal loszuwerden. Ich habe ein Problem mit Pokemon X/Y. Ja, vielleicht reicht das als Erkenntnis aus. Und sogleich schießt mir der nächste Gedanke durch den Kopf: Eigentlich habe ich gar kein Problem mit Pokemon. Schließlich beschäftigt mich dieses Spiel nur sekundär. Ach was, tertiär. Es kratzt nur an meiner Oberfläche und trotzdem ist es meine Droge. Kaffee übrigens auch.

Samstag, 28. Dezember 2013

Meine persönlichen Spiele-Highlights 2013


Bioshock Infinite












Diese atemberaubende Stadt in den Wolken, die so stimmig und harmonisch ist, dass sie dich mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen zu einem völlig perplexen Klumpen menschlichen Daseins erstarren lässt und dir gleichzeitig das Gefühl gibt, nichts, aber auch absolut nichts davon missen zu wollen. Diese lebendigen Charaktere, Elizabeth, Booker und Comstock, werden wohl immer in unserem Gedächtnis bleiben; Auch wenn wir sie nur zehn Stunden kennen durften, haben sie sich in unsere Köpfe und Herzen gebrandt und eine Wunde hinterlassen, die auch nach dem Ende Signale an unser völlig verwirrtes Gehirn sendet. Dieses verdammte Ende eines vollständig von der Realität abgehobenen Trips durch eine Geschichte rundum Schuld, Vergebung, Macht und Unendlichkeit verpackt in eine mehr oder minder konsequente, kritische Auslegung amerikanischer Geschichte – Dieses Ende ist ... nicht in ein einziges Wort zu fassen, das auch nur ansatzweise beschreibt, welchen Impact, welche nachhaltigen Auswirkungen es nicht nur auf uns Spieler selbst, sondern auf die gesamte Spielkultur hat.


Pokemon X/Y
 

 









Kaum zu glauben, aber ich habe nach so vielen Jahren immer noch genau den gleichen Spaß an Pokemon wie mein achtjähriges Ich. Das liegt nicht zu Letzt an der Entscheidung des Entwicklers GameFreak, massenhaft Pokemon der alten Generation ins hohe Gras zu holen. In diesem Spiel habe ich mich wieder heimisch gefühlt, während ich dachte, dass Pokemon Schwarz/ Weiß mit zu viel Fremden im allzu Vertrauten der Gipfel einer Alles-neu-Philosophie ist, und mir damit einen deftigen Kulturschock verpassen will. Ich habe die ein oder andere Nostalgie-Träne vergossen, als mein Glumanda zum mächtigen Glurak herangewachsen ist oder einfach nur als vertraute Klänge und Motive aus vergangenen Tagen ertönten. Auch wenn ich immer noch die Komplexität und taktische Tiefe in den Kämpfen vermisse (man wie cool wäre ein Hardcore- Pokemon, das mal über das übliche 4-Attacken-Schema hinaus geht?), sind die neusten Editionen ein wundervoller Langzeitmotivator für den 3DS; Pokemon X/Y ist die perfekte Symbiose zwischen klassischen Elementen und modernen Features, der Macht des Internets sei Dank; Es ist perfekt für all diejenigen, die einen gemütlichen Kneipenabend mit den Worten "weißt du noch, damals in den 90ern?" beginnen, und vor allen Dingen ist Pokemon X/Y ist der/die/das ->hier cooles lateinisches Wort einfügen<- für eine Renaissance der Kindheit. Amen.


Dark Souls












Ja ja Dark Souls hat schon zwei Jährchen auf den Buckel und ich schäme mich immer noch dafür das Action-RPG so lange ignoriert zu haben, bis ich es mir im Sommer diesen Jahres doch zu Gemüte führte. Bei der Lanze des Ornstein – das war eine verdammt gute Entscheidung!
Dabei habe ich doch vorher so gezaudert und mir mir selbst gerungen: "Ist das nicht das Spiel, von dem alle sagen, es sei so verdammt schwer und frustrierend? Werde ich als ungeduldiger Mensch, die Kraft und den Willen haben, Abschnitte, Gegner und Bossgegner immer und immer wieder anzugehen? Da mach ich mir doch in die Hosen!"
Ja... ich habe mir in die Hosen gemacht. Und wie. Das besondere an Dark Souls ist nun, dass es dich mit deinen vollgemachten Hosen trotzdem weiterrennen lässt. DU WILLST ES UNBEDINGT! Es gab noch kein anderes Spiel, bei dem ich nach dem 10. mal Scheitern bei einem Bosskampf Abends im Bett überlege, nein, mir meinen Kopf darüber zerbreche, wie und mit welcher Waffe ich das Vieh endlich eines Besseren belehren kann, bevor der "You died" Schriftzug zum X-ten mal auf meinem Bildschirm erscheint. Das Gefühl des Erfolges, wenn das Boss-Doppelteam Ornstein und Smough nach ewigem Aufleveln und Suchen nach Seelen endlich bezwungen ist, ist unbeschreiblich. Bei diesem Spiel musst du dich bemühen. Nichts wird dir erklärt und machst du einen Fehler, wirst du gnadenlos bestraft. Aber das, was dir Dark Souls für deine Mühen gibt, ist jeglichen vergossenen Tropfen Blut und Schweiß alle mal wert.


GTA 5

Der wohl umstrittenste Charakter dieser Konsolengeneration, Folterei, jede Menge Schimpfworte, Drogentrips und Hipster-Massaker; Gewalt, Sex und Skandale. Der amerikanische Albtraum hat sich in DAS Spiel des Jahres 2013 eingeschlichen und unser aller Köpfe gebrandmarkt. Ja sogar Nichtspielern und großen Entertainern des deutschen Fernsehens hat GTAV, ob mit positiv oder negativ konnotierten medialen Sirenengesang, seinen Stempel aufgedrückt. Viel Tamtam um eines der wahrscheinlich besten Spiele aller Zeiten. Aber, was macht dieses Spiel für mich so interessant? 

Nun, die Story der drei Hauptcharaktere hat mich nicht im geringsten mitgerissen oder emotional ergriffen: Die Intentionen und Geschichten der Drei, vor allem die des CJ-Verschnitts Franklin, waren mir schnurzegal. Einige Szenen und vor allem Maniac Trevor haben lediglich hier und da geschockt, aber mich nie fingernagelkauend und haareraufend in die Lehne meines Drehstuhls gedrückt. Das war aber noch nie bei GTA der Fall und das ist auch gut so, denn dafür sind andere Spiele zuständig. Die Quintessenz eines jeden GTA ist das Spielen. Ich will spielen mit und in dieser Welt, in der Michaels Flip-Flops beim Gehen an dessen Füße klatschen; in dieser Welt, in der ich unter den Fittichen einer Sekte freiwillig 10 Meilen durch die Wüste laufe; In dieser Welt, in der die Bewohner scheinbar ein Eigenleben führen und mir den Finger zeigen, wenn ich ihnen zu lange auf die Pelle rücke... darin verspüre ich so eine immense Spiel -und Entdeckerfreude, wie sie zu Letzt nur GTA San Andreas in mir aufkommen ließ. Keine Top-Liste des Jahres 2013 ohne GTAV. Das steht so fest, wie die VERDAMMTEN BÄUME, WO ICH IMMER MIT DEM HELICOPTER.....

Sonntag, 8. September 2013

Ich bin zu alt für Pokemon


Wir müssen nicht mehr lange schlafen, essen und auf Toilette gehen, bis endlich Pokemon X/Y erscheint. Genauer gesagt sind es 33 graue Tage, die es irgendwie zu überstehen gilt, bis uns schrullige Monster aus Japan wiedermal in einen bunten Sammelwahn verfallen lassen. Auch ich bin wieder am Haken - und da hatte ich mir doch tatsächlich eingeredet, ich sei zu alt für den Scheiß, nachdem ich ernüchtert feststellte, dass die Pokemon in den Editionen Schwarz/Weiß sich sowohl bei der Namensgebung, als auch bei der Wahl ihrer Gestalt in Sphären bewegen, die für einen Menschen auf normaler Seinsstufe nur unzureichend greifbar sind. Kurzum: Die Viecher sehen aus, als hätten die Entwickler von GameFreak Substanzen zu sich genommen, die es nicht beim Supermarkt um die Ecke zu kaufen gibt. Ja richtig, ich bin so eine alte, vertagte Neu-Erwachsene, die der Meinung ist, dass die erste (okay, die 2. auch) Generation der Pokemon die beste war und die beste bleiben wird.

„ Als ich so alt war wie du, gab's nur 151 Pokemon!“, sagte ich eben zum imaginären, 12jährigen Timmy, der gerade dabei ist sein Deponitox aufzuleveln. Und Deponitox ist kein stattliches Dämonen-Pony, welches Gegner bei Gefahr vergiftet, sondern ein wandelnder Müllberg, dessen Finger augenscheinlich Zigarettenstummel sind. Man merkt schon, worauf ich hinaus will: Die Pokemon von früher sind besser. Die Pokemon von früher sehen besser aus und haben bessere Namen. Glurak, Lavados, Raupy, Arktos, Magmar, Onix...
Ja, das sage ich bewusst so, weil mir die innerliche Nostalgie-Oma mit ihrer Gehhilfe jegliche Lust, neues zu akzeptieren, konsequent aus dem Kopf schlägt. Und doch wünsche ich mir, dass es anders wäre. Ich will diesen neuen, hippen Viechern ja eine Chance geben. Aber immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich sie mit meinen geliebten Favoriten aus den 90ern vergleiche: „Als ich so alt war wie du....“.

Deponitox

Apropos vergleichen: Allein vom spielerischen her gibt es da gar nicht viel zu vergleichen. Klar, neben einer anderen Welt, kamen in jeder neuen Generation kleinere Neuerungsnichtigkeiten dazu: Wettbewerbe, Gassi gehen, Duellturm, Power-Kekse backen, … . Das Kernkonzept jedoch hat sich nicht verändert: ,,gotta catch'em all & gotta fight'em all“. Aber jenes Kernkonzept beziehungsweise die Nicht-Veränderung dieses Konzeptes sehe ich dabei gar nicht als problematisch an. Denn wie heißt es doch so schön? Never change a winning team! Aber warum ist das so? Warum haben die Pokemon-Games immer noch so ein riesigen Erfolg, obwohl die eigentliche Formel immer die selbe ist? Die Antwort verbirgt sich hinter dem Begriff 'Generation': Mit jeder neuen Generation der Pokemon-Editionen wächst auch eine neue Generation potentieller Anwärter für den Titel „Aller Beste(r)“ heran. Die Kids von heute haben natürlich keine Lust eine blaue oder rote Edition aus den 90ern zu zocken, in denen kleine graue Männchen zwischen Pixelblöcken und abstrakten Darstellungen von Wäldern und Seen umherlaufen. Verständlich. Ich möchte mal einen Schritt weitergehen, indem ich die folgende These wie einen übermächtigen Meisterball schwungvoll in dem Raum schleudere: Die Pokemon-Spiele werden niemals aussterben. Badamm! So lange wie es spielewillige Menschen gibt, wird es auch Pokemon geben. Jedes Kind und jeder nicht ganz so erwachsene Erwachsene leckt sich die Finger nach allem, was sammelbar ist. Und sind es niedliche, digitale Monster, die man nebenbei noch trainieren und gegeneinander kämpfen lassen kann, hat man nicht nur eine weniger brutale Alternative für Hundekämpfe und Schneckenrennen bei der Hand, sondern auch eine echte Goldgrube, die stärker glänzt und schimmert, als das radioaktiv verseuchte Wasser in Fukushima.

Wie eingangs erwähnt, erscheint nun bald PokemonX/Y. Und ja, nach allem, worüber ich mich gerade ausgelassen habe, bin ich wirklich sehr an diesem Spiel interessiert. Nun muss ich aber sagen, dass das nur in zweiter Linie an der schicken 3D-Grafik liegt. So habe ich mich riesig gefreut, als ich vor ein paar Tagen las, dass es in Pokemon X/Y möglich ist, Bisasam, Schiggy oder Glumanda als Starter auszuwählen! Richtig, meine geliebten Helden von damals kehren zurück auf den kleinen Bildschirm und sehen dabei besser aus denn je. Nintendo & liebes Entwicklerteam von GameFreak, das ist wirklich ein feiner Schachzug, den ihr da eingefädelt habt! Einfach die Alt-Pokemontrainer mit so einem simplen Trick anlocken – und hey, es funktioniert! Das ist eine Erkenntnis, die mich zugleich etwas traurig macht. Wo zur Hölle ist eigentlich mein Problem? 

 
So muss ich doch wieder einmal ernüchtert feststellen, dass ich ein Problem mit mir selbst habe. Genauer gesagt habe ich ein Problem mit meiner inkorporierten Retro-Oma, die sich vehement dagegen wehrt, meine süßen Kindheitserinnerungen an jenes tolle GameBoy-Spiel wegzuwerfen, indem ich sie mit Deponitox und Co. entzaubere. Und nicht nur das: was ist, wenn mich das oben erwähnte, immer gleiche Spielkonzept so langweilt, sodass ich gleich die gesamte Reihe auf den Friedhof längst vergessener Spielsünden verbanne? Das wäre wahrlich eine Katastrophe. Also? Die eine (rationale) Möglichkeit wäre nun, nie wieder ein neues Pokemon anzufassen, sodass meine geliebten Erinnerungen in Sicherheit bleiben. Die andere (irrationale) Möglichkeit wäre, dass ich meine bockigen, infantilen Hörner ausfahre und einen Scheiß darauf gebe: „Ich will das aber spielen! Ich will. Ich will. Ich will!“. Weil das Leben langweilig wäre, wenn man nur aus reiner Vernunft heraus agieren würde, ist die zweite Möglichkeit natürlich die bestmögliche Lösung.




Mittwoch, 14. August 2013

Geständnisse


Im Kopf eines jeden Fulltime-Nerd schwirren Dinge, die er lieber für sich behält und der nerdigen Öffentlichkeit verschweigt, um nicht erbarmungslos geflamed und bis ins bodenlose gehated zu werden. Das ist mir aber egal, denn es ist Zeit, jene Dinge offen zu legen, die schon seit Jahren schwergewichtig auf mir lasten und danach schreien, endlich herausposaunt zu werden!



Mein erstes echtes Videospiel war Die Schlümpfe – Reise ins Albtraumland für den GameBoy



Final Fantasy 8 gefällt mir besser als Final Fantasy 7.



Ich finde Game of Thrones langweilig und völlig überbewertet.



Ich habe weder Portal, noch Half Life gespielt.



Ich habe über 360 Spielstunden im Multiplayer von Modern Warfare 2 verbracht und habe über das Headset andere Spieler beleidigt.



Das erste Shiny-Pokemon, was ich sah, war ein rotes Geowatz in der silbernen Edition.



Ich mag 3D im Kino nicht.



Ich habe keines der PSOne Final-Fantasy-Teile jemals bis zum Ende durchgespielt, sondern stattdessen immer wieder von Neuem begonnen.



Bei The Legend of Zelda: Twilight Princess für die Wii bin ich niemals über das erste Dungeon hinaus gekommen, weil mich die Steuerung nervt.



Ich kann immer noch alle Pokemon bis einschließlich der G/S/C-Generation beim Namen nennen.



Ich bin sehr ungeduldig und deshalb nicht in der Lage Point-and-Click -Adventures zu spielen.



Ich sammle Trophys und Achievements.



Metal Gear Online war meine erste Muliplayer-Erfahrung und es hatte mir großen Spaß bereitet.



Als Kind spielte ich auf Familienfeiern lieber mit dem GameBoy, anstatt mich mit Verwandten zu unterhalten. Einmal hatte ich sogar meine PSOne dabei, mit der ich mich in ein Hinterzimmer zurückzog.



Ich finde den Digimon Anime besser als den Pokemon Anime.



Den ,,Felstunnel“ in Pokemon Rot durchwanderte ich beim ersten mal ohne die VM ,,Blitz“.



The Legend of Zelda: Link's Awakening habe ich mit 9 Jahren begonnen und mit 19 durchgespielt.



Grand Theft Auto: San Andreas ist mein absolutes Lieblingsspiel.